Um- und Anbau Grenzstrasse in Winterthur2025-26GebautDirektauftrag

Die Ausgangslage für das Projekt an der Grenzstrasse ist ein Baumeisterhaus aus dem Jahr 1925. Abgesehen von erneuerten Küchen und Bädern sowie den Heizkörpern blieb die ursprüngliche Raumstruktur während einem Jahrhundert weitgehend unverändert – ebenso prägt eine grosse Birke und ein alter Aprikosenbaum andere Bäume und Sträucher den Aussenraum. Dieser sorgfältig bewahrte Bestand und der Erhalt der grossen Birke bildet den Ausgangspunkt für die Erweiterung um einen zweigeschossigen Anbau in Holzbauweise. Im Zentrum des Entwurfs steht das Zusammenspiel von Alt und Neu. Nicht als Gegenüberstellung, sondern als behutsamer Dialog werden die beiden Gebäudeteile miteinander verwoben. Unterschiedliche Raumhöhen, Materialien, Lichtstimmungen und Blickbeziehungen schaffen eine Folge von eigenständigen Räumen, die sich über gezielte Durchblicke immer wieder aufeinander beziehen. So entsteht auf engem Raum eine grosszügige und abwechslungsreiche Raumsequenz, in der sich vertraute und neue Atmosphären begegnen. Ergänzend zum respektvollen Umgang mit dem Bestand war der Wunsch, mit natürlichen Materialien zu arbeiten, prägend für den Entwurf. Holz, Lehm und andere mineralische Oberflächen sowie die teilweise erhaltenen Bodenbeläge verleihen den Räumen eine unmittelbare Materialität und schaffen ein angenehmes, ausgeglichenes Raumklima. Die Erweiterung versteht sich damit weniger als Addition, sondern als Weiterbauen: Das Bestehende wird bewahrt, ergänzt und in eine neue räumliche und atmosphärische Ordnung überführt.

Auftraggeber

  • Privat

Kollaboration

  • Holz-Lehm-Decke: rematter
  • Fotos: Björn Siegrist

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